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von Chris Vandebroek
am Jul 22 2026
Wir sind unglaublich stolz darauf, bekannt geben zu dürfen, dass Chris Vandebroek, Mitbegründer von Optik Oldschool, die Unternehmen InovisCoat (Monheim) und FilmoTec (Wolfen, Bitterfeld) übernommen hat.
Mit dieser Übernahme beschränken wir uns nicht mehr nur auf die Entwicklung und den Vertrieb von Fotofilm. Die Optik-Oldschool-Familie ist nun ein Filmhersteller geworden.
Hier geht es um weit mehr als nur ums Geschäft...
Es geht darum, eines der wichtigsten Zentren der Fotofilmproduktion in Europa zu erhalten und sicherzustellen, dass Film „Made in Germany“ auch weiterhin eine Zukunft hat. In einer Zeit, in der die Produktion zunehmend ins Ausland verlagert wird, haben wir den umgekehrten Weg eingeschlagen: Wir wollen Wissen bewahren, Arbeitsplätze sichern und jahrzehntelanges Fachwissen erhalten.
Die Reise begann im November 2024 mit einer Zusammenarbeit zwischen Optik Oldschool und InovisCoat/FilmoTec. Im April 2025 folgte die erste Produktionscharge von OptiColour 200. Im Sommer 2025 begannen die Gespräche über die Übernahme, die im Juli 2026 erfolgreich abgeschlossen wurden.
Die Vision ist klar.
Wir werden weiterhin sowohl in Monheim als auch in Wolfen investieren, unser Filmsortiment um 35-mm-, 120- und Planfilme erweitern, neue fotografische Materialien entwickeln und dafür sorgen, dass die analoge Fotografie für Fotografen auf der ganzen Welt zugänglich und erschwinglich bleibt.
Film ist nicht einfach nur ein Produkt.Er steht für Handwerkskunst, Wissenschaft, Geschichte und Kultur.
Wir sind stolz darauf, heute die Verantwortung dafür zu übernehmen, dieses Erbe weiterzuführen.
Titelbild ©Industrie- und Filmmuseum Wolfen
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So schickst du uns deine Filme richtig ein
von Chris Vandebroek
am Mai 22 2026
Damit wir deine Filme sicher, effizient und ohne Verzögerung entwickeln können, sind die richtige Verpackung und der korrekte Versand äußerst wichtig. Wir haben einen kurzen Guide zusammengestellt, wie du uns deine Filme am besten zusendest. Denn: Je besser du deinen Film verpackst und beschriftest, desto schneller, sicherer und präziser können wir ihn entwickeln.
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von Chris Vandebroek
am Apr 15 2026
Wenn Fotografe:innen über Film sprechen, konzentrieren sie sich oft auf die Kamera, das Objektiv oder den Film selbst. Doch es gibt einen weiteren entscheidenden Schritt, der das Endergebnis maßgeblich beeinflusst: der Scan.Dasselbe Negativ kann je nach Digitalisierung bemerkenswert unterschiedliche Ergebnisse liefern. Zwei Scanner dominieren: der Fuji Frontier SP-3000 und der Noritsu HS-1800. Beide Geräte gelten als Industriestandard und werden von professionellen Laboren weltweit eingesetzt. Dennoch erzeugen sie Bilder mit deutlich unterschiedlichen Tonwerten, Farbwiedergaben und Gesamtwirkungen.Für Fotograf:innen, die mit Farbnegativfilm arbeiten, kann das Verständnis der Interpretation von Negativen durch diese Scanner den gesamten Workflow grundlegend verändern.Dieser Artikel untersucht:
Warum ein und dasselbe Negativ je nach Scanner unterschiedlich aussehen kann
Wie Frontier- und Noritsu-Systeme Farbe und Kontrast interpretieren
Was Histogramme über die Tonwertinterpretation aussagen
Wie sich diese Looks in Lightroom reproduzieren oder verfeinern lassen
Wie Labore und Fotograf:innen Noritsu-Scans für eine authentische Filmwiedergabe optimieren können
Letztendlich ist das Ziel einfach: zu verstehen, dass das Scannen von Film nicht nur ein technischer Schritt ist - es ist Teil des kreativen Prozesses.
Die Rolle des Filmscanners im finalen Bild
Farbnegativfilm erzeugt nicht von selbst ein fertiges Bild. Das Negativ muss zunächst interpretiert und durch digitales Scannen in ein Positivbild umgewandelt werden.Das Scannen eines Farbnegativs ist jedoch kein neutraler Prozess. Software, Hardware und Mensch müssen verschiedene Entscheidungen treffen:
Wie werden Farbmasken interpretiert?
Wo werden Schwarz- und Weißpunkte platziert?
Wie wird die Tonwertkurve abgebildet?
Wie werden Filmkorn und Schärfung behandelt?
Welche Farbkorrekturen werden angewendet?
Wie wird mit der Dichte umgegangen?
Diese Entscheidungen führen zu einer Interpretation des Negativs und nicht zu einer rein objektiven Wiedergabe.Dadurch wird die Wahl des Scanners selbst Teil der Ästhetik.Professionelle Labore setzen für diesen Prozess überwiegend auf zwei Systeme: den Fuji Frontier und den digitalen Minilab-Scanner von Noritsu. Diese Geräte wurden ursprünglich Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre für Filmlabore mit hohem Workflow entwickelt und bilden bis heute das Rückgrat des professionellen Filmscannens.
Fuji Frontier SP-3000: Die stilisierte Interpretation
Der Fuji Frontier SP-3000 ist bekannt für seine Bilder, die sofort einen „filmischen“ Eindruck machen. Dieser Charakter ist eng mit seiner Optimierung für Fujifilm Crystal Archive Papier verbunden, einem Silberhalogenid-Fotopapier, das für satte Farbtiefe, sanfte Tonwertübergänge und den charakteristischen Spitzlichterabfall traditioneller Dunkelkammerabzüge entwickelt wurde. Dadurch behalten Scans und Abzüge des Systems oft die subtile Farbwiedergabe und den organischen Kontrast, was viele Fotograf:innen mit Film verbinden.Frontier-Scans zeichnen sich typischerweise durch Folgendes aus:
stärkerer Kontrast
tieferes Schwarz
höhere Farbsättigung
etwas kühlere Schatten
goldene oder warme Hauttöne
Diese Ästhetik ist größtenteils das Ergebnis der internen Tonwertkurve und Farbinterpretation der Scannersoftware.In der Praxis bedeutet dies, dass Frontier-Scans oft einem fertigen Foto direkt aus dem Labor sehr nahe kommen.Viele Fotograf:innen bevorzugen dieses Verhalten, da es den Bedarf an aufwendiger Nachbearbeitung reduziert. Der Scanner übernimmt einen Teil des kreativen Grading-Prozesses automatisch.Diese Ästhetik hat jedoch ihren Preis.Frontier-Scans komprimieren tendenziell den Tonwertumfang des Bildes. Lichter und Schatten können leichter überbelichtet werden, wodurch in extrem hellen oder dunklen Bereichen feine Details verloren gehen können.Im Histogramm äußert sich dies üblicherweise wie folgt:
stärkere Dichte in den Schatten
steilere Tonwertkurven
komprimierte Lichter
Das Ergebnis sind ausdrucksstärkere Bilder mit einer deutlicheren Tonwerttrennung.Für Porträt- und Lifestyle-Fotografie – wo Stimmung und Farbtiefe oft erwünscht sind – kann diese Interpretation besonders ansprechend sein.
Noritsu HS-1800: Die neutrale Digitalisierung
Der Noritsu HS-1800 verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz beim Scannen von Film.Anstatt Kontrast und Sättigung zu betonen, priorisiert der Noritsu Tonwert und Dynamikumfang.Noritsu-Scans weisen typischerweise Folgendes auf:
geringeren Kontrast
mehr Details, insbesondere in Schattenbereichen
wärmere Farbwiedergabe
rosigere oder pfirsichfarbene Hauttöne
schärferes, monochromatisches Filmkorn
Diese Eigenschaften resultieren aus einer flacheren Tonwertkurve und einer neutraleren Farbwiedergabe. Im Histogramm zeigt sich dies oft als:
Konzentration der meisten Tonwertinformationen in den Mitteltönen
weniger dunkle Schatten
größerer Dynamikumfang
Dieses Verfahren erhält mehr Informationen des Negativs.Da der Scanner eine starke Tonwertkomprimierung vermeidet, haben Fotograf:innen bei der Nachbearbeitung mehr Flexibilität. Der unmittelbare visuelle Eindruck kann jedoch weniger dramatisch wirken.Viele Fotograf:innen beschreiben Noritsu-Scans im Vergleich zu Frontier-Bildern als „flacher“ – obwohl sie mehr wiederherstellbare Details enthalten.
Was Histogramme über das Scannerverhalten verraten
Eine der effektivsten Methoden, die Interpretation von Scannern zu verstehen, ist die Betrachtung des Histogramms.Ein Histogramm visualisiert die Verteilung der Tonwerte im Bild:
Linke Seite → Schatten
Mitte → Mitteltöne
Rechte Seite → Lichter
Merkmale des Noritsu-Scan-Histogramms
Ein typisches Histogramm eines Noritsu-Scans zeigt oft:
Die meisten Tonwertinformationen konzentrieren sich im Mitteltonbereich
Sanfter Übergang zu Schatten und Lichtern
Minimales Clipping
Dies spiegelt die Philosophie des Scanners wider: so viele Informationen wie möglich erhalten.Das Bild mag zunächst weicher oder flacher wirken, bietet aber dennoch viel Bearbeitungsspielraum.
Merkmale des Frontier-Scan-Histogramms
Ein Histogramm eines Frontier-Scans sieht typischerweise anders aus.Im Vergleich zu Noritsu-Scans zeigt es oft:
Höhere Dichte im Schattenbereich
Eine steilere Tonwertverteilung
Lichter näher am Clipping-Grenzwert
Dies deutet auf eine stärkere Kontrastkurve hin. Der Scanner erweitert die Tonwerttrennung effektiv, indem er Schatten verstärkt und Lichter komprimiert. Das Ergebnis ist ein ausdrucksstärkeres Bild direkt nach dem Scannen.
Farbwissenschaft: Warum die beiden Scanner Farben unterschiedlich wiedergeben
Neben den Unterschieden in den Tonwerten wenden die Scanner von Frontier und Noritsu auch unterschiedliche Farbinterpretationen an.Der Frontier betont die Gelb-Blau-Kanäle stärker, was zu goldenen Hauttönen und kühleren Schatten führt. Der Noritsu betont die Magenta-Grün-Balance, was neutralere Schatten und rosigere Hauttöne zur Folge hat.Diese Farbtendenzen sind in die Kalibrierungsprofile und Bildverarbeitungsprozesse der Scanner integriert. Daher kann dasselbe Negativ je nach verwendetem Scanner subtile, aber wahrnehmbare Farbunterschiede aufweisen.Beispiele:Frontier-Tendenzen
leicht cyanfarbene Schatten
bläulichere Grüntöne
stärkere Farbsättigung
Noritsu-Tendenzen
wärmere Mitteltöne
neutrale Schatten
präzisere Grüntöne
Keine der beiden Herangehensweisen ist per se „richtig“. Sie repräsentieren lediglich unterschiedliche ästhetische Interpretationen.
Unterschiede in der Körnungsdarstellung
Ein weiterer subtiler, aber wichtiger Unterschied liegt in der Körnungsdarstellung der Scanner.
Scans von Frontier zeigen oft ein feineres Korn mit leichten Farbabweichungen. Scans von Noritsu hingegen erzeugen tendenziell schärfere, monochromere Körnungsstrukturen. Dieser Unterschied resultiert aus den Rauschunterdrückungs- und Schärfungsalgorithmen der Scanner. Obwohl subtil, trägt die Körnungsstruktur wesentlich zum wahrgenommenen Charakter von Filmbildern bei.
Warum viele Fotograf:innen Frontier-Scans bevorzugen
1. Bild: Unbearbeiteter Frontier Scan - 2. Bild: Bearbeiteter Frontier Scan
Trotz der technischen Vorteile des Noritsu – insbesondere Dynamikumfang und Auflösung – bevorzugen viele Fotograf:innen nach wie vor Frontier-Scans für Farbnegativfilme.Der Grund ist einfach: Der Frontier-Look wirkt fertig.Da der Scanner automatisch stärkere Tonwertkurven und Farbanpassungen anwendet, benötigen die resultierenden Bilder oft nur minimale Nachbearbeitung. Für Fotograf:innen, die einen schnellen Workflow oder eine klassische Filmästhetik wünschen, ist dies äußerst attraktiv.Frontier-Scans eignen sich besonders gut für:
Portraits
Lifestyle-Fotografie
Redaktionelle Arbeiten
Social-Media-Beiträge
Die Bilder wirken lebendig, kontrastreich und filmisch.
Warum Noritsu-Scans ideal für die Bearbeitung sind
1. Bild: Unbearbeiteter Noritsu Scan - 2. Bild: Bearbeiteter Noritsu Scan
Umgekehrt bevorzugen Fotograf:innen, die den finalen Look selbst bestimmen möchten, oft Noritsu-Scans. Da der Scanner mehr Tonwertinformationen erhält, bieten die Dateien mehr Flexibilität bei der Nachbearbeitung.Dies ist besonders nützlich bei:
Aufnahmen mit hohem Dynamikumfang
unterbelichteten Negativen
komplexen Lichtverhältnissen
Die zusätzlichen Informationen zu Lichtern und Schatten ermöglichen es Fotograf:innen, die endgültige Tonwertkurve selbst zu gestalten.In diesem Sinne verhält sich der Noritsu eher wie eine digitale RAW-Datei, während der Frontier eher einem vorbearbeiteten JPEG ähnelt.
So optimiert ihr Noritsu-Scans für Farbnegativfilme
Für Labore und Fotograf:innen, die Farbnegativfilme mit einem Noritsu-Scanner digitalisieren, können einige praktische Anpassungen die Ausgangsqualität deutlich verbessern.1. Vermeidet extrem flache Scan-VoreinstellungenZu neutrale Scans wirken leblos. Ein geringer Kontrast beim Scannen sorgt für eine natürlichere Tonwerttrennung.2. Stellt einen sanften Schwarzpunkt einViele Noritsu-Scans lassen Schatten leicht aufgehellt erscheinen. Ein sanfter Schwarzpunkt hilft, die Tiefenwirkung wiederherzustellen.3. Achtet sorgfältig auf den WeißabgleichUnterbelichtete Negative können, insbesondere in den Schatten, leichte Farbstiche aufweisen. Durch die Anpassung des Weißabgleichs während des Scannens lassen sich spätere Korrekturen vermeiden. 4. Stellt dem Labor Referenzbilder zur VerfügungWenn ein bestimmter Look gewünscht wird, können Referenzbilder den Laboren dabei helfen, die Scaneinstellungen an den ästhetischen Vorstellungen der Fotograf:innen auszurichten.
Die wichtigste Lektion
1. Bild: Bearbeiteter Frontier Scan - 2. Bild: Bearbeiteter Noritsu Scan
Die wichtigste Erkenntnis aus dem Vergleich von Frontier- und Noritsu-Scans ist: Film endet nicht mit der Entwicklung.Der Scan ist nicht einfach eine mechanische Übertragung des Negativs. Er ist eine Interpretation.Zwei Scanner, die unterschiedliche Algorithmen und Tonwertkurven verwenden, können Bilder erzeugen, die sich grundlegend unterscheiden – obwohl sie vom selben Film stammen. Das Verständnis dieses Prozesses ermöglicht es Fotograf:innen, ihren Workflow bewusster zu gestalten. Anstatt einem einzigen „richtigen“ Look hinterherzujagen, geht es darum, die Interpretation auszuwählen, die die Geschichte, die das Bild erzählen soll, am besten unterstützt.
Abschließende Gedanken
Bearbeiteter Frontier Scan + Lightroom Anpassungen
Die Debatte zwischen Frontier- und Noritsu-Scannern wird wohl noch eine Weile andauern.Beide Geräte repräsentieren jahrzehntelange Ingenieurskunst und sind nach wie vor unverzichtbare Werkzeuge im Bereich der analogen Fotografie. Doch die eigentliche Erkenntnis ist nicht, welcher Scanner überlegen ist.Es geht darum zu erkennen, dass der Scanner Teil des kreativen Prozesses ist.Ob ihr nun die ausdrucksstarke Ästhetik des Frontier oder die flexible Neutralität des Noritsu bevorzugt – am wirkungsvollsten ist es, zu verstehen, wie jedes Gerät das Bild formt.
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OptiColour 200 | Der neue Farbfilm
von Chris Vandebroek
am Mai 29 2025
Da isser, der Enthüllungsblog über den neuesten 120er Farbfilm der Welt! Wir haben in den letzten Wochen viele Fragen gestellt bekommen: Was ist das für ein Film? Wie sieht er aus? Wie gut performed er? Fragen, Fragen, Fragen.... Darauf wollen wir Antworten geben!
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Filme kühlen & einfrieren | Warum und wie?
von Chris Vandebroek
am Jun 01 2024
Es besteht kaum Zweifel daran, ob Film kühl gelagert werden sollte oder nicht. Allerdings gibt es Unsicherheiten darüber, wann man ihn kühlen oder einfrieren sollte – und ob das eine besser ist als das andere.
Sollte Film kühl gelagert werden?
Die einfache Antwort auf diese Frage ist: JA!
Aber es steckt mehr dahinter… Wenn du Film kaufst und planst, ihn in den nächsten Tagen oder Wochen zu verwenden, musst du dir keine großen Sorgen machen – solange er nicht hohen Temperaturen, übermäßiger Feuchtigkeit oder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Im schlimmsten Fall natürlich allem gleichzeitig.
Film ist ein verderbliches Produkt, ähnlich wie Lebensmittel, und sollte daher kühl gelagert werden, um eine vorzeitige Alterung zu vermeiden.
Dein wertvoller Film kann problemlos neben Lebensmitteln wie Äpfeln, Zwiebeln, Wasser, Joghurt und allem anderen im Kühlschrank liegen. Wir hoffen allerdings, dass du mehr Essen als Film im Kühlschrank hast – bei uns im Labor ist das oft anders.
Empfindlichkeit (ISO), Kontrast und Farben verändern sich mit der Zeit. Ungünstige Bedingungen beschleunigen diese Veränderungen. Als Faustregel gilt: Schwarzweißfilm ist weniger anfällig als Farbfilm. Für beide gilt jedoch: Ohne Kühlung altert Film schneller.
Behalte den Vergleich mit Lebensmitteln im Kopf, dann vermeidest du automatisch Situationen, die deinem Film schaden könnten – z. B. direkte Sonneneinstrahlung, Lagerung im Auto an heißen Sommertagen oder wenn die Katze (oder der Hund?) damit spielt.
Alles in den Kühlschrank – verlängert das das Haltbarkeitsdatum?
Die auf der Verpackung angegebenen Haltbarkeitsdaten basieren auf durchschnittlichen Lagerbedingungen (meist bei 18–20 °C). Wenn du frischen Film mit einem Ablaufdatum in etwa 2 Jahren kaufst, kannst du diese Zeit durch Lagerung im Kühlschrank (ca. 6 °C) auf etwa 4–5 Jahre verlängern.
Wenn dein Film nicht mehr ganz frisch ist, aber noch etwa 1 Jahr Haltbarkeit hat, kannst du durch Lagerung im Kühlschrank die Nutzungsdauer immer noch um ungefähr 1 weiteres Jahr verlängern.
Die effektivste Methode ist das Einfrieren bei −18 °C oder kälter. Dadurch wird der Alterungsprozess praktisch gestoppt. Dein Film bleibt sozusagen unbegrenzt frisch. Das ist besonders sinnvoll, wenn du Film über sehr lange Zeiträume lagern möchtest.
Unabhängig davon, wie du deinen Film lagerst, empfehlen wir, ihn gut verpackt aufzubewahren, damit keine Feuchtigkeit eindringt oder sich beim Herausnehmen aus Kühlschrank oder Gefrierfach Kondenswasser bildet.
Aus dem Kühlschrank – wie lange aufwärmen?
Wenn du Film aus dem Kühlschrank verwendest, solltest du ihn vor der Nutzung mindestens 1 Stunde auf Raumtemperatur kommen lassen. Wenn es schnell gehen muss, reichen meist auch 30 Minuten.
Bei gefrorenem Film empfehlen wir, ihn zunächst für etwa 24 Stunden in den Kühlschrank zu legen, damit er langsam auftauen kann. Danach nimmst du ihn heraus und lässt ihn etwa 1 Stunde auf Raumtemperatur kommen.
Denk wieder an Lebensmittel: Zu schnelles Auftauen kann Schäden verursachen.
Sollte belichteter Film kühl gelagert werden?
Egal ob ein Film bereits belichtet wurde oder nicht – eine kühle Lagerung ist immer besser.
Bewahre belichteten Film im Kühlschrank auf, wenn du ihn nicht innerhalb der nächsten Wochen entwickeln lassen möchtest. Einige Tage oder Wochen bei moderaten Temperaturen und normaler Luftfeuchtigkeit verursachen jedoch in der Regel keine Probleme.
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JPEG & TIFF | Warum wir uns für JPEG entscheiden!
von Chris Vandebroek
am Mai 28 2024
JPEG vs. TIFF – Es gäbe so viel dazu zu sagen. Leider ist das Thema sehr technisch und wissenschaftlich, sogar extrem nerdig. Perfekt geeignet jeden Fotografen zu langweilen.
Wir beschränken uns also auf die hilfreichsten Informationen für Fotografen und erklären, warum niemand etwas verpasst, wenn unsere Services gebucht und Scans als JPG Dateien ausgeliefert werden.
Der Mythos besagt, dass TIFF-Scans immer besser sind als JPEG-Scans, dass die Farben besser sind, dass größere Dateien besser sind, usw. usw.
Die Wahrheit ist: Das ist alles allgemeiner Bull****. In dem sehr speziellen Fall von Labor-Scans hängt alles von den Einstellungen der Geräte, dem Grad der Komprimierung, den Beschränkungen der Scanner selbst und der Verwendung der Fotos ab.
Überlegungen zur Ausgabe
Wenn alles richtig gemacht/eingestellt wurde, wirst du den Unterschied zwischen JPEG und TIFF nicht bemerken und die Dateien werden sich auch in der Nachbearbeitung gleich verhalten. "Seeing is believing" wie man so schön sagt, überzeuge dich also selbst:
Um die Fotos wirklich vergleichen zu können, stellen wir diese über die Optik Oldschool Dropbox zum Download bereit. Die Dateien in dem ZIP-Archiv stammen direkt aus dem Scanner. Es wurden keine Bearbeitungen vorgenommen, nichts.
Download starten: Optik Oldschool JPEG & TIFF Archiv
Du wirst feststellen, dass diese Vergleichsfotos nicht pixelgenau übereinstimmen. Der Film wurde zweimal pro Foto gescannt, um die beiden Formate (JPEG und TIFF) zu speichern. Leichte Verschiebungen des Films lassen sich beim erneuten Scannen der Rollen nicht vermeiden.
Fotos gemacht von @jnoz35Aufgenommen auf Kodak Gold 200 / 645 Mittelformat.Gescannt mit einem Noritsu HS-1800
Scanner-Einstellungen / Einschränkungen
Fuji Frontiers (SP500 oder SP3000) erzeugen großartige Scans, können aber keine Fotos in 16-Bit speichern. Unabhängig von den Einstellungen ist jedes JPEG oder TIFF, das von einem Fuji Frontier erzeugt wird, ausschließlich 8-Bit. Die Scanner erlauben es, den Komprimierungsgrad zu ändern, so dass wir uns für die bestmögliche JPEG-Ausgabe entschieden haben.
Ein Noritsu-Scanner kann 16-Bit-TIFF-Scans erzeugen, ABER das muss speziell eingestellt werden. Mit den Standard-JPEG/TIFF-Einstellungen des Noritsu lassen sich auch nur 8-Bit-Dateien erzeugen. Auch hier lässt der Noritsu verschiedene Komprimierungsstufen zu, und wir haben uns für die beste Qualität entschieden.
Die Wahl, die einen größeren Einfluss auf die Qualität deiner Scans hat, ist die Scangröße (Pixelauflösung). Höhere Auflösung = mehr Details.
Deshalb bieten wir bei Optik Oldschool nur eine Größe an: XL.
Fuji Frontier - XL
35mm = 5444x3649px
645 = 4842x3649px
6x6 = 3637x3637px
6x7 = 4547x3649px
Noritsu HS1800 - XL
35mm = 6774x4492px
645 = 4824x3533px
6x6 = 4760x4832px
6x7 = 5902x4815px
Die höchsten Auflösungen, die beide Scanner erzeugen können. Bei diesen Auflösungen kannst du dir sicher sein, dass keine Informationen, die der Fuji Frontier oder Noritsu erfasst haben, verloren gehen und du behälst die volle Flexibilität bei der Nachbearbeitung.
Die Verwendung der Fotos
Letztlich kommt es darauf an, was du mit deinen Scans/Fotos machen willst. Sei die sicher, dass die Fälle, in denen du 16-Bit-TIFF-Dateien benötigst, sehr begrenzt sind.
Sobald das Internet ins Spiel kommt, wird alles nur noch 8-Bit sein. Für die Präsentation von Fotos in sozialen Medien oder in deinem Portfolio gibt es keine Unterstützung für 16-Bit.
Deine Fotos drucken lassen: Auch hier werden meist HQ JPEG-Dateien bevorzugt. Warum? Ganz einfach, weil selbst die hochwertigsten Druckmaschinen nicht alle Informationen wiedergeben können, die ein echtes 16-Bit-TIFF enthält. Deine Dateien müssen konvertiert werden, damit sie den Ausgabefähigkeiten der Geräte entsprechen.
Qualitativ hochwertige JPEGs sind für qualitativ hochwertige Drucke völlig ausreichend. Deine Drucke werden genauso gut aussehen wie die von TIFF-Dateien. JPEG ist ein großartiges Format, das zu Recht so erfolgreich geworden ist und als De-facto-Standard für die Fotografie gilt.
Selbst moderne Digitalkameras unterstützen kein echtes 16-Bit-Format. Die besten Sensoren auf dem Markt können bis zu 14-Bit pro Kanal auflösen, und diese sind dann auch nur im RAW-Format verfügbar. Die andere Option, die Digitalkameras bieten, ist: JPEG 😊🤯
Aber aber... die Farben (Verwendung #2)
Die Farben werden nicht durch das Dateiformat bestimmt, sondern durch den Farbraum, in dem Fotos gespeichert werden. Sofern der Noritsu nicht speziell auf 16-Bit eingestellt ist, werden sowohl Fuji Frontiers als auch Noritsus den gleichen Farbraum verwenden.
Bei der Nachbearbeitung in Lightroom oder Capture One hast du mit diesen Softwarepaketen alles im Griff und du musst nichts weiter beachten, als deinen Stil auf deinen Fotos anzuwenden. Sowohl LR als auch C1 sind nicht-destruktiv, d.h. alle von dir vorgenommenen Bearbeitungen werden nicht in der Quelldatei gespeichert. Sobald du deine Fotos exportierst, werden alle Änderungen auf die Zieldatei angewendet.
Bei der Arbeit mit Photoshop ist dies jedoch anders. Wir empfehlen dringend, Änderungen nur im 16-Bit-Modus vorzunehmen. Wenn du Zwischenergebnisse für eine spätere Bearbeitung aufbewahren möchtest, verwende Ebenen und speichere die Bearbeitungsdatei als PSD oder TIFF-Datei (mit Ebenenunterstützung).
Zu guter Letzt
Die Verwendung von JPEG spart Speicherplatz. Wir alle sparen Festplattenplatz und müssen weniger häufig neue Hardware kaufen. Wir sparen Netzwerkbandbreite und damit Energie und du bekommst deine Scans auch noch schneller!
Braucht es wirklich die X-fache Dateigröße für einen unsichtbaren Unterschied? JPEG ist für Fotos das, was MP3 für Musik ist. Das Dateiformat macht die Dinge nicht besser oder schlechter, aber richtig verwendet, macht es Daten kompakter.
Und noch etwas: Das menschliche Auge kann die Menge an Farben, die echte 16-Bit-TIFFs speichern können, nicht auflösen. Selbst wenn es also einen magischen Ort gäbe, in dem alles 16-Bit wäre (Scans, Monitore und Abzüge), könnten wir mit unseren Augen nicht alle Farben sehen...
__________
Die Funktionsweise der JPEG-Komprimierung interessiert dich? Wir empfehlen den Beitrag von Christopher G. Jennings zu diesem Thema: https://cgjennings.ca/articles/jpeg-compression/
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von Chris Vandebroek
am Mai 19 2024
Der wahrscheinlich bekannteste Consumer-Film von Kodak und auch derjenige mit der besten Verfügbarkeit. Mit der Wiedereinführung von Gold 200 im 120er Mittelformat haben wir nun (mindestens) einen Grund mehr, unsere Mittelformatkamera zu zücken und loszulegen!
Kodak Gold 200
Gold 200 zeichnet sich durch ein recht feines Korn aus (selbst in 35mm) und gibt Farben mit mittlerem Kontrast und recht warmen Tönen wieder. Der Film hat einen guten Belichtungsspielraum in jedem Format, ist ideal für Tageslichtaufnahmen, kommt aber nicht so gut mit Unterbelichtung zurecht wie die Filme der professionellen Kodak-Serie.
Alle Fotos aus diesem Blog können in voller Auflösung weiter unten auf der Seite heruntergeladen werden.
35mm and 120 medium format
Wir vergleichen diesen Film in beiden Formaten und wollen herausfinden, wie sie sich jeweils verhalten. Offensichtlich kein sehr fairer Vergleich, wenn es um die Beurteilung des Korns, der Schärfe und sichtbaren Details geht. Das Mittelformat gewinnt hier ganz klar, allein schon durch die Größe des Negativs. 35mm schlägt sich allerdings auch sehr gut!
Auf einem Noritsu HS-1800 gescannt – wie in diesem Blog zu sehen – ist der 35mm Film tendenziell farbneutraler als der 120er. Beim 120er Mittelformat ist Kodak Gold 200 dem Portra 400 recht ähnlich. Die Körnung ist etwas stärker ausgeprägt, der Unterschied fällt aber kaum auf, solange man nicht zwei Fotos direkt nebeneinander legt.
Wir bei Optik Oldschool sind keine Porträtfotografen, aber den Scans unserer Kunden nach zu urteilen, scheint Gold 200 in 120 eine gute Wahl für diese Art der Fotografie zu sein. Wer die zusätzliche Lichtstärke und Flexibilität von Porta 400 nicht benötigt, dem wird Gold 200 gute Dienste leisten!
Während Grün- und Rottöne in beiden Formaten sehr ähnlich aussehen, sind Blautöne beim 120er stärker gesättigt. Das lässt sich wahrscheinlich in der Nachbearbeitung anpassen.
Der Detailreichtum des Films ist großartig! Wenn du beide Formate vergleichen möchtest, können die Dateien hier heruntergeladen werden.
Fotos von @jnoz35Geschossen mit Canon A1 (35mm) / Bronica RF645 (120)Entwickelt und gesccannt von @optikoldschoolGescannt mit einem Noritsu HS-1800
Download: Kodak Gold 200 Vergleichsfotos in voller Auflösung
Kodak Gold 200 ist im Online-Shop erhältlich, in den Formaten 120 und 35mm.
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von Chris Vandebroek
am Mär 10 2024
Zwei Schwergewichte treten in der Nachtfotografie gegeneinander an. Das hier ist kein ultimativer Vergleichstest – dieser Blog soll informieren und dir ein Gefühl dafür geben, wann du eher zu welchem Film greifen solltest.
Kodak Portra 800
Portra 800 ist bekannt für seine warmen und natürlichen Farben bei Tageslicht. In Kombination mit feinem Korn, sowohl im 120- als auch im 35mm-Format, gehört er heute zu den Top-Wahlen unter den ISO-800-Filmen.
Die Bilder sind gesättigt und kräftig, mit einem weichen Kontrast. Der Film bietet einen großen Belichtungsspielraum, ist sehr verzeihend bei Unterbelichtung und erst recht bei Überbelichtung. Portra 800 betont warme Farbtöne.
CineStill 800T
Dieser Film wurde von der US-Firma CineStill Inc. entwickelt und ist eine Variante von Kodaks Vision-3-Film (Kodak 5219 500T). Durch das Entfernen der Remjet-Schicht kann er in jedem Labor mit dem Standard-C-41-Prozess entwickelt werden.
Der Film zeigt ausgeprägte Halationseffekte, die zu seinen charakteristischen Eigenschaften gehören. Da er auf Kunstlicht (Tungsten) abgestimmt ist, verwandelt er warme Farbtöne in kühlere und sorgt für einen sehr cineastischen Look.
Genug Worte – zeig mir Fotos!
Diese beiden Fotos zeigen deutlich den Hauptunterschied: warme Farben versus kühler, cineastischer Look. Viel Neonlicht kombiniert mit etwas Mondlicht (und einem Rolls-Royce).
Der Unterschied wird weniger deutlich, wenn man sich in einer vollständig künstlich beleuchteten Umgebung befindet (Düsseldorfer U-Bahn-Station) und kein natürliches Licht vorhanden ist. Der größte Unterschied liegt dann im Halationseffekt. Dieser ist zwar weiterhin sichtbar, aber der cineastische Look wirkt insgesamt subtiler.
Umgebungslicht (selbst wenn es nur Mondlicht ist) verstärkt die Wärme von Portra 800. CineStill 800T bleibt aufgrund des Halationseffekts kühler, da Lichtquellen rötlich erscheinen.
Fotos von @cvandebroekEntwicklung und Scan von @optikoldschool
Kodak Portra 800 ist im Online-Shop sowohl im 120- als auch im 35mm-Format erhältlich.CineStill 800T ist im Online-Shop ist sowohl im 120- als auch im 35mm-Format erhältlich.